Aufbahrung
Die Aufbahrung ist die feierliche Zurschaustellung des verstorbenen Körpers vor der Bestattung. Sie bietet den Zugehörigen die kostbare Möglichkeit, in Ruhe und ganz nah Abschied zu nehmen. Dieser Moment des Innehaltens hilft dabei, das Unfassbare – den Tod – im wahrsten Sinne des Wortes „begreifbar“ zu machen.
Man unterscheidet zwischen der offenen Aufbahrung (der Sarg ist offen) und der geschlossenen Aufbahrung (der Sarg ist geschlossen, meist liebevoll gestaltet mit Blumen, Fotos oder persönlichen Gegenständen).
Wo kann eine Aufbahrung stattfinden?
Entgegen der häufigen Annahme, dass Verstorbene sofort abgeholt werden müssen, gibt es verschiedene Orte für diesen Abschied. Jede*r sollte den Ort wählen, der sich am stimmigsten anfühlt:
- Hausaufbahrung: In fast allen deutschen Bundesländern ist es erlaubt, Verstorbene für eine gewisse Zeit (meist bis zu 36 Stunden) zu Hause aufzubahren. Dies ermöglicht einen Abschied in vertrauter, privater Umgebung.
- Abschiedsraum beim Bestatter/ bei der Bestatterin: Moderne Bestattungshäuser bieten wohnliche Räume an, in denen Zugehörige zeitlich flexibel und ohne Zeitdruck zusammenkommen können.
- Friedhofskapelle: Hier findet die Aufbahrung meist unmittelbar vor der Trauerfeier statt, um der Trauergemeinde einen letzten Gruß zu ermöglichen.
Warum ist die Aufbahrung für Zugehörige so wertvoll?
Der Anblick eines verstorbenen Menschen kann im ersten Moment ungewohnt wirken. Doch für den individuellen Trauerprozess ist dieser Schritt oft heilsam:
- Realisation: Das Gehirn versteht durch das Sehen und (wenn gewünscht) Berühren eher, dass das Leben in dieser Form zu Ende ist.
- Letzte Gesten: Man kann dem geliebten Menschen noch einmal über die Hand streichen, einen Brief, Zeichnungen der Enkel*innen oder ein anderes Erinnerungsstück in den Sarg legen.
- Keine Eile: In einem geschützten Raum können Worte gesagt werden, die vielleicht bisher ungesagt blieben.
Vorbereitung durch Expert*innen
Bevor eine Aufbahrung stattfindet, wird der Körper durch den Bestatter / die Bestatterin hygienisch versorgt (hygienische Totenversorgung). Dabei wird der Mensch gewaschen, angekleidet und friedlich gebettet. Viele Bestattungshäuser ermutigen Zugehörige, diesen Prozess aktiv zu begleiten – zum Beispiel durch die Auswahl der Lieblingskleidung oder das Kämmen der Haare.
Gut zu wissen: Eine Aufbahrung ist auch nach Unfällen oder schweren Krankheiten oft möglich. Erfahrene Thanatolog*innen können das Erscheinungsbild so sanft wiederherstellen, dass ein würdevoller und friedlicher Abschied möglich wird.
Was kostet eine Aufbahrung?
Die Kosten variieren je nach Ort und Dauer. Während bei einer Hausaufbahrung oft kaum Zusatzkosten anfallen, erheben Friedhöfe oder Bestatterinnen Gebühren für die Nutzung von speziellen Abschiedsräumen oder Kühlzellen. Deine Bestatter*in erstellt dir hierzu eine transparente Aufstellung.
