Unsere Trauerredner*in Torsten
Ich bin Tänzer, Moderator, Trainer, Autor – und Trauerredner.
Passt das zusammen?
Für mich unbedingt.
Denn ein Leben ist viel zu facettenreich, um es am Ende auf Geburtsdatum, Beruf, Familie und einige Lebensstationen zu reduzieren.
Ein Mensch war vielleicht laut oder leise. Herrlich chaotisch oder unglaublich ordentlich. Vielleicht hatte er einen ganz besonderen Humor, einen Lieblingsplatz, ein Ritual, das niemand sonst verstanden hat, einen bestimmten Satz, der ständig fiel – oder ein Lied, bei dem jeder sofort an ihn denken muss.
Genau diese Dinge interessieren mich.
Seit rund sechs Jahren begleite ich Menschen bei Abschieden und durfte inzwischen mehr als 200 Trauerfeiern gestalten. Und trotzdem möchte ich niemals an den Punkt kommen, an dem eine Trauerfeier für mich einfach „der nächste Termin“ wird.
Jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte mit. Deshalb darf für mich auch jede Trauerfeier anders sein: still und zurückhaltend, emotional, nachdenklich, ungewöhnlich – und wenn es zum Menschen passt, darf auch einmal herzlich gelacht werden.
Denn auch Humor, Eigenarten und die kleinen Geschichten des Alltags gehören zu einem Leben.
Am Anfang meiner Arbeit steht deshalb vor allem eines: Zuhören.
Natürlich gehören Lebensdaten und wichtige Stationen dazu. Viel mehr interessieren mich aber häufig die Geschichten dazwischen: Was hat diesen Menschen ausgemacht? Worüber konnte er lachen? Was konnte ihn auf die Palme bringen? Welche Menschen waren wichtig? Welche Musik? Welche Leidenschaften? Welche kleinen Marotten?
Aus diesen Erinnerungen entsteht Stück für Stück ein Bild. Und aus diesem Bild entsteht meine Rede.
Ich möchte einen Menschen dabei nicht größer, schöner oder glatter erzählen, als er gewesen ist. Viel schöner finde ich den Moment, wenn Angehörige während meiner Rede denken:
„Ja. Genau so war er.“
Oder:
„Das war so typisch für sie.“
Dann ist aus einem Lebenslauf wieder ein Mensch geworden.
Durch meine langjährige Tätigkeit als Moderator und Redner denke ich eine Trauerfeier außerdem nicht ausschließlich vom gesprochenen Wort aus. Musik, Stille, Übergänge, Erinnerungen, Beiträge von Angehörigen und der gesamte Ablauf gehören für mich zusammen.
Eine Trauerfeier ist vielleicht die letzte Bühne eines Lebens.
Dabei geht es nicht um eine große Inszenierung. Manchmal braucht ein Abschied nur wenige, sehr einfache Dinge. Aber diese sollten zu dem Menschen passen, um den es geht.
Was Angehörige von mir erwarten können?
Keine Rede von der Stange. Kein künstliches Pathos. Und nicht den Versuch, einen Menschen im Nachhinein perfekter zu machen, als er gewesen ist.
Ich möchte zuhören, verstehen und anschließend eine Geschichte erzählen, in der Sie Ihren Menschen wiedererkennen.
Mit seinen großen Momenten. Aber genauso mit den kleinen.
Mit dem, was gelungen ist. Mit Eigenarten. Mit Humor. Mit Erinnerungen. Und mit den Dingen, die wahrscheinlich noch sehr lange fehlen werden.
Denn für mich steht bei einer Trauerfeier am Ende nicht nur die Frage:
Wie bist du gegangen?
Viel wichtiger ist:
Wer warst du?

